Heidecksburger Schlossgespräch in Rudolstadt
Rudolstadt (Kristin Bock/pbb) - Das jüngste Heidecksburger Schlossgespräch der Konrad-Adenauer-Stiftung widmete sich dem sehr aktuellen Thema Fachkräftesicherung. Wie wir es erreichen können, Fachkräftemangel zu vermeiden und welches die entscheidenden Faktoren in dieser Frage sind, konnten die Anwesenden von Anette Morhard, Geschäftsführerin des Bildungswerkes der Thüringer Wirtschaft e.V. und Annette Köhler erfahren. Komplettiert wurde die Expertenrunde durch die MdL Gerhard Günther und Maik Kowalleck.
Anette Morhard machte in ihren Ausführungen den Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Schule deutlich. Insbesondere der Übergang von Schule zu Beruf muss besser gestaltet werden. Schüler müssen intensiver die Möglichkeit haben, Berufe kennen zu lernen, aber auch ihre eigenen Stärken und Interessen erkennen. Ein wichtiges Instrument dazu ist der Thüringer Berufswahlpass, der jedem Schüler in der 7. Klasse ausgehändigt wird, unabhängig von der besuchten Schule. Der Berufswahlpass ist zudem für die Unternehmer von großer Bedeutung, da er es ermöglicht, die Bewerber besser kennenzulernen, als die durch eine übliche Bewerbung möglich ist, sofern die Unternehmer wissen, dass es so etwas gibt. Annette Köhler, stellte als regionale Unternehmerin die Notwendigkeit der Ausbildung von Fachkräften im eigenen Betrieb dar, betonte aber zugleich die Herausforderungen, die der Ausbildungsbetrieb an ein mittelständisches Unternehmen stellt. Gerhard Günther ergänzte in der Gesprächsrunde, dass der Blick auf die Arbeitslosenzahlen verdeutlicht, dass unter den etwa 6000 Arbeitslosen im Kreis etwa ein Drittel zur Altersgruppe der 50- bis 65-jährigen gehört. „Dies ist eine wichtige Zielgruppe, denn diese Menschen haben nicht nur in der Regel eine solide Ausbildung, sie haben auch Erfahrung.,“ so Günther. In der sich anschließenden von Gerhard Günther moderierten Diskussion, kamen neben interessierten Bürgern vor allem Bildungsträger, Mitarbeiter des Jobcenters, Vertreter der Ingenieurkammer oder auch Frank Krätzschmar, Geschäftsführer der LEG zu Wort. Letzterer stellte die neue Ausrichtung des ThAFF vor. Die Fragen drehten sich in der Hauptsache um die sich auf den Fachkräftebedarf negativ auswirkende gesellschaftliche Abwertung der Regelschule oder die Tatsache, dass am Arbeitsmarkt vorbei ausgebildet wird.