Aktueller Stand zum ehemaligen Kinderdorf Dittrichshütte
Das ehemalige Kinderdorf Dittrichshütte auf der Saalfelder Höhe bleibt weiterhin ohne konkrete Zukunftsperspektive. Das geht aus der Antwort der Thüringer Landesregierung auf eine aktuelle Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Maik Kowalleck hervor. Bereits in den vergangenen Jahren hatte sich Maik Kowalleck mehrfach nach dem Stand der Entwicklung und Vermarktung der Liegenschaft erkundigt.
Das rund 74.000 Quadratmeter große Areal, das seit 2019 leer steht, wird durch den Freistaat Thüringen zu einem Verkehrswert von 967.700 Euro zum Verkauf angeboten – bislang jedoch ohne konkretes Kaufangebot für die Gesamtliegenschaft. Zwar haben seit 2018 etwa zehn Interessenten ihr Interesse bekundet, doch konkrete Gebote liegen laut Antwort des Thüringer Infrastrukturministers Steffen Schütz derzeit nicht vor.
„Es ist ernüchternd, dass trotz jahrelanger Vermarktung noch immer kein tragfähiges Konzept für das ehemalige Kinderdorf Dittrichshütte vorliegt“, erklärt der Landtagsabgeordnete Maik Kowalleck.
Nach Angaben der Landesregierung befindet sich ein Großteil der Gebäude in einem stark sanierungsbedürftigen oder sogar ruinösen Zustand. Eine wirtschaftliche Nutzung sei nur mit erheblichen Investitionen und teilweise auch Rückbau möglich. Auch die infrastrukturellen Rahmenbedingungen – insbesondere bei der Abwasserentsorgung – gelten als unzureichend und müssten grundlegend erneuert werden.
Als grundsätzlich genehmigungsfähig gelten nach Angaben des Ministeriums vor allem Nutzungen im Bereich Freizeit und Tourismus, etwa ein Ferienpark mit ergänzenden Angeboten. Auch Wohnnutzung in Teilbereichen sei denkbar. Voraussetzung dafür sind jedoch tragfähige und wirtschaftlich realisierbare Konzepte.
„Die Kombination aus maroder Bausubstanz, ungeklärten Altlastenfragen und fehlender Erschließung schreckt Investoren offenbar ab. Hier braucht es ein klares Signal und gegebenenfalls auch Unterstützung durch das Land, um die Entwicklung anzuschieben“, so Maik Kowalleck weiter.
Positiv bewertet der Abgeordnete, dass weiterhin Gespräche mit der Stadt Saalfeld geführt werden und auch Mischnutzungen grundsätzlich möglich sind. Kritisch sieht Maik Kowalleck jedoch, dass das Verfahren weiterhin ohne zeitliche Begrenzung läuft.
„Ein unbefristeter Angebotsprozess darf nicht zum Dauerzustand werden. Die Menschen in der Region erwarten zu Recht, dass sich hier endlich etwas bewegt“, betont Maik Kowalleck.
Der Freistaat Thüringen sichert sich im Verkaufsfall ein Wiederkaufsrecht, um eine zweckentsprechende Nutzung zu gewährleisten und spekulative Weiterverkäufe zu verhindern. Entscheidend für die Auswahl eines Investors bleibt laut Landesregierung die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Nutzungskonzepts.
Der Landtagsabgeordnete Maik Kowalleck hatte in den vergangenen Wochen bereits angeregt, dass wieder eine Jugendherberge in der Kreisstadt Saalfeld angesiedelt werden sollte. Mit dem Wegfall der Übernachtungsmöglichkeiten im Kinder- und Jugenddorf Dittrichshütte hat die Region insbesondere im preiswerten Segment wichtige Kapazitäten verloren.