Maik Kowalleck

Braucht Saalfeld wieder eine Jugendherberge?

Maik Kowalleck schlägt neue Nutzung des Hotels „Asterra“ vor

Die Nachricht über die Schließung des Hotels „Asterra“ in Saalfeld ist für die Kreisstadt in mehrfacher Hinsicht ein Schlag in die Magengrube. Zum einen werden Übernachtungskapazitäten dringend benötigt, zum anderen bedeutet die Schließung auch einen finanziellen Verlust für die Stadt.

Seit Saalfeld den Status eines „Ortes mit Heilstollenkurbetrieb“ besitzt, zahlen Gäste den sogenannten „Kurpfennig“ – einen Beitrag, der zusätzlich zur Übernachtung im Kurort erhoben wird. Darüber hinaus fließt jede einzelne Übernachtung in die Statistik zur Berechnung des Kurorte-Lastenausgleichs ein. Aus diesem Fördertopf hat die Saalestadt in den vergangenen Jahren bereits mehrere Millionen Euro vom Freistaat Thüringen erhalten. Zudem profitieren auch der Einzelhandel und die Gastronomie von den Gästen in der Saalestadt.

Für den Landtagsabgeordneten und Saalfelder Stadtrat Maik Kowalleck ist es daher folgerichtig, alles zu unternehmen, um diesen wichtigen Standort für Übernachtungsgäste in der Kreisstadt zu erhalten. Hinzu kommt, dass Vereine – insbesondere im Sportbereich – seit Jahren händeringend nach bezahlbaren Übernachtungsmöglichkeiten für die Ausrichtung verschiedener Veranstaltungen suchen. In zahlreichen Gesprächen wurde dies immer wieder deutlich.

Dass nun das Bildungszentrum Saalfeld Interesse an der Immobilie zeigt, könnte eine Chance sein. Zwar bestehen derzeit Pläne, dort ein Lehrlingswohnheim einzurichten, allerdings sieht Kowalleck – der auch ehrenamtlicher Beigeordneter des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt ist – darüber hinaus weitere Entwicklungsmöglichkeiten für das Gebäude. So könnte in Saalfeld eine Jugendherberge oder ein Jugendhotel entstehen, die es in der Stadt und ihrer Umgebung seit vielen Jahren nicht mehr gibt. Die Schließung des Kinder- und Jugenddorfes in Dittrichshütte war vor einigen Jahren ein herber Schlag für Gäste, die günstige Übernachtungsmöglichkeiten in der Region suchen.

Mit der Schaffung einer Jugendherberge oder eines Jugendhotels ließen sich sowohl die Anliegen der Vereine berücksichtigen als auch bezahlbare Übernachtungsmöglichkeiten für Menschen mit kleinem Geldbeutel schaffen. Gleichzeitig wäre dies eine Chance, mehr junge Menschen in die Kreisstadt zu bringen.

„Eine Jugendherberge oder ein Jugendhotel wären ein echter Gewinn für Saalfeld. Unsere Vereine, Schulklassen und junge Gäste aus ganz Deutschland brauchen bezahlbare Übernachtungsmöglichkeiten. Gleichzeitig stärken zusätzliche Übernachtungen den Tourismus und die Wirtschaft unserer Stadt“, betont Kowalleck.

Der Abgeordnete schlägt daher vor, gemeinsam mit dem Bildungszentrum Saalfeld und dem Deutschen Jugendherbergswerk zu prüfen, ob sich eine Lösung realisieren lässt, die für alle Seiten eine Win-win-Situation darstellt.

Hinsichtlich der Unterbringung von Lehrlingen verweist Kowalleck auf die zahlreichen Immobilien des Bildungszentrums Saalfeld. Hier dürfte sich eine alternative oder auch gemeinsame Lösung finden lassen. Perspektivisch wird zudem auch das ehemalige Gebäude der Thüringen-Kliniken zur Verfügung stehen. Deshalb sollten jetzt keine Tatsachen geschaffen werden, die im Zuge der weiteren Entwicklung der Thüringen-Kliniken später möglicherweise bereut werden.

Maik Kowalleck sieht nun die Notwendigkeit, zeitnah über die Perspektiven des ehemaligen Hotels sowie über die Immobilien der Bildungszentrum Saalfeld GmbH insgesamt zu sprechen. Aus diesem Grund hat er in der vergangenen Kreistagssitzung Landrat Marko Wolfram für dieses wichtige Thema sensibilisiert. Als Aufsichtsratsvorsitzender der Bildungszentrum Saalfeld GmbH soll dieser die offenen Fragen nun prüfen und klären.